Wie die PreisERfindung der Schutzgebühr wich.

 

Liebe Besucher meiner Homepage,

eine Ausstellung vorzubereiten, zu besprechen, zu planen und zu gestalten, macht viel Arbeit, aber auch viel Spaß. Es gibt nur einen Punkt, den ich persönlich immer wieder blöd finde, nämlich den, die „Preisliste“ auszufüllen. Egal, was ich schreibe – es fühlt sich irgendwie nicht richtig an.

Und so jagt in meinem Kopf mal wieder ein Gedanke den nächsten…

Wie misst man den Wert von Kunst?

Berechnete man ausschließlich Materialkosten und Arbeitsstunden, wäre das Ergebnis zumindest nachvollziehbar – der Stundenlohn wiederum bliebe streitbar, denn wie bitte ließe sich einer Näherin in Bangladesch gegenüber die Tatsache begründen, dass ein Bleistiftkritzel auf Leinwand für Millionen Dollar über den Auktionstisch geht, während sie selber mit ihrem Monatsgehalt keines ihrer Kinder satt bekommt?

Wie kommen wir zu unseren Einschätzungen, Wertschätzungen? Ist das alles nur ein lächerliches Spiel? Aber welche Folgen haben unsere Spiele?

Man kann das auch abtun, so nach dem Motto: „Jeder ist seines Glückes Schmied!“ Ist das so? Fehlt der indischen Arbeiterin also lediglich ein Bleistift? Realitäten gibt es viele - „Jeder ist seines Glückes Schmied!“ ist eine davon, vorzugsweise wohl am ehesten von einem bequemen Sessel aus wahrzunehmen oder in einer Gesellschaft, die einen im Notfall glücklicherweise aufzufangen vermag.

Eine weitere Realität ist „Haste was, biste was!“. So haben nach wie vor diejenigen die größten Chancen, die mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurden, gleichgültig wie unfähig, dumm und kindisch sie sein mögen. Sie glauben das nicht? Das gegenwärtige Paradebeispiel sitzt im weißen Haus.

Ich schweife mal wieder ab. Es gibt so viele Konsequenzen, die durch unsere irrationalen Bewertungssysteme entstehen, sei es im Profisport, in der Wirtschaft, Bildung oder Politik - aber kommen wir zurück zur Kunst, in diesem Fall meiner Kunst. Ich sitze nach wie vor hier und überlege. Wie lässt sich eine Idee bewerten, ein Prozess, eine Auseinandersetzung, kurz; was kostet ein Augenblick des Lebens, ein Blick ins Innerste? Ich weiß es nicht! Ist es in einem Geldbetrag zu fassen? Was also tun, wenn ich das allgegenwärtige Spiel der Willkür nicht mitspielen möchte? Verschenkte ich meine Bilder, würden sie nicht wertgeschätzt, s.o. ...

Ich komme zu dem Schluss, dass der Preis einer Art Schutzgebühr weichen kann, auch wenn das sicherlich noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann...

 

Definition „Schutzgebühr“

Produkte und Publikationen werden gegen eine Schutzgebühr und nicht gegen einen regulären Kaufpreis abgegeben, wenn der Produzent oder Händler keinen marktüblichen Preis dafür erheben möchte. Die Schutzgebühr ist nicht kostendeckend. Sie ist eine Alternative zur kostenlosen Abgabe und gibt dem ansonsten zu verschenkenden Kaufgegenstand einen gewissen Wert. Mit der Erhebung einer Schutzgebühr kann man sicherstellen, dass nur Personen, die ein tieferes Interesse an einer Sache haben, diese anfordern.

(Quelle: Wikipedia)

 

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